Fayalas Biografie

 

 
Nayeesh sind eine ausschließlich im Raum lebende Rasse. In grauer Vorzeit lebten sie auf einem Planeten, dessen Sonne irgendwann zu einer Nova wurde. Zu dem Zeitpunkt war der Planet Ashtìarrè schon längst evakuiert, und die Nayeesh zogen aus, um einen anderen Heimatplaneten zu finden. Es sollte sehr lange dauern, bis sie ihn fanden – inzwischen erschien ihnen das Dasein im Raum aber reizvoller als das bodengebundene Leben. Als sie endlich einen Planeten fanden, der ihrer Heimat ähnlich war, zogen nur wenige von ihnen dorthin – die anderen blieben in den riesigen Raumstädten.
 
Aus der Zeit, in der sie einen neuen Planeten suchten, ist ein wesentlicher Zug immer mehr hervorgetreten: Neugierde. Häufig trafen sie bei ihrer Suche auf bewohnte Planeten, die allerdings für die Zwecke der Nayeesh ungeeignet waren. Selbst wenn sie es gewesen wären, hätten Nayeesh sie nicht erobert, ihre Philosophie spräche dagegen.
 
Aber sie fanden die fremden Völker interessant, studierten sie und verfolgten ihren Werdegang über die Jahrhunderte. Meist unentdeckt, aber nicht immer. So wurde Fayala von Bezeichnungen eingeholt, die den Nayeesh vor weit über 1000 Jahren auf einem kleinen blauen Planeten, 25800 Lichtjahre vom Zentrum der Galaxie entfernt, gegeben wurden: Kuan-yin, Sìdhe, Elfen.
 
 
Wenn man in die sorgfältig gebundenen Folianten des Hauses Morn sieht, kann dort in fein kalligraphierten Lettern nachlesen, daß Fayala am
do-va'n mânso cai'nya os sittoso-nay en ino-va-nay leas' do-lan cani-sin mana-va tra
geboren wurde.
 
Weit kürzer ist die Angabe: 29. Tag des 6. Monats im Jahr der Blumen 2493, noch kürzer ist eine 20stellige Zahl, die das Datum und die Raumkoordinaten der Geburt angibt. Das klingt alles sehr gut – und leider völlig unverständlich für jemanden, der das Bezugssystem nicht kennt.
 
Auf Sternenzeit umgerechnet ergäbe das SD - 1.019.886,3, Menschen würden sagen, am 11. Februar 1303, Klingonen würden es für 1094 DIS 300 jaj 1,08 halten.
 
Zum Zeitpunkt von Fayalas Geburt befanden sich ihre Eltern gerade auf Ceor, einem Wüstenplaneten mit nur wenigen grünen Stellen, der im Äußeren Arm im Alpha Quadranten der bekannten Galaxis liegt. Jedoch wuchs sie nicht dort auf, sondern wurde von ihren Eltern in den Weltraum zurückgebracht.
 
Nach Geburtsrecht war Fayala also eine Angehörige von Ceor, ein Recht, daß sie In ihrer Erwachsenenzeit durch eine Prüfung bestätigen mußte: das Überleben durch eigene Kraft in der Wüste von Talasam, die einmal ganz durchquert werden mußte.
 
Kindheit und Jugend verliefen im großen und ganzen auf typische Weise: Sobald sie groß genug war, um an die Kontrollen eines Schiffes zu gelangen, flog sie wie alle anderen Nayeesh. Erst kleine shuttleähnliche Fluggeräte, dann immer größere, bis sie schließlich ihr eigenes Schiff erwarb und von da an das Leben eines erwachsenen Nayeesh führte. Zu Beginn begleitete sie ihre Eltern auf ihren Erkundungen, wobei sie auch ein paar mal Terra besuchte, später aber flog sie ihre eigenen Wege. Ihr heutiges Schiff wird Pellán genannt, was Freiheit bedeutet.
 
 
 
 
 
Fayala begegnete M'Char zuerst auf tengchaH 12, wo sich beide auf den ersten Blick nicht ausstehen konnten. Ihre kühle Rationalität brachte ihn auf, ihr leiser Spott ließ ihn die Wände hoch gehen, aber einer direkten Konfrontation ging sie immer aus dem Weg. Zu Recht, wie M'Char fand, schließlich war sie einen halben Meter kleiner als er und anderthalb Zentner leichter, und es lag keine Ehre darin sie zu schlagen. Jedoch half sie ihm später, wenn auch auf Anweisung des Oberhauptes des Hauses HoSchem, seine in einer Raumanomalie gefangene Gattin BeSuQ zu finden und zu befreien. Während dieses Fluges, der in schwelender Feindschaft begann, kam es zu einer schrittweisen freundlichen Annäherung, in der M'Char mehr über das verachtete kleine Weißhaar herausfand. Die Tatsache, daß sie sich endlich doch zu einem Kampf mit M'Char überreden ließ und ihm nur knapp unterlag, begründete schließlich die Freundschaft der beiden.
 
M'Char wurde Fayalas Wasserbruder, einer Tradition Ceors entsprechend. Auf Ceor schließt man keine Blutsbrüderschaften, denn Blut hat schließlich jeder, Wasser ist jedoch kostbar. Aber das ist eine ganz andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.
 
Niemand weiß, wie die Freundschaft zerbrach. Von einem Tag auf den anderen wurde M'Char anders, ständig mißgestimmt und streitlustig - sogar für einen Klingonen. In einem dieser unperiodisch auftretenden Anfälle erklärte er das Band für zerrissen...
 
Es sei. Wasser wurde vergossen und versickerte im Boden, niemand kann es zurückholen. So ist der Lauf der Natur.
 
Vielleicht wird es erneut regnen, aber es wird ein anderer Regen sein und ein anderes Wasser. Niemand kann zweimal im selben Fluß schwimmen, denn alles fließt - das Wasser wie die Zeit...
 
 
 
Fayala ist wohl die einzige nichtklingonische Person, die jemals auf Boreth war, obwohl es ihr trotz ihres mehrfach geäußerten Wunsches stets verwehrt worden war. Ihre Anwesenheit im Kloster hatte sie schlicht dem Zufall zu verdanken, daß sie während eines Notrufes die Jaytln flog, die diesem Ruf folgte. Während dieses Einsatzes wurde sie verletzt und blieb bis zu ihrer Genesung im Kloster. Während ihres einmonatigen Aufenthaltes nahm sie zusammen mit der Crew der Jaytln an verschiedenen Übungen und Meditationen teil, was für sie überaus hart und anstrengend war. Aber sie hielt zäh und verbissen durch; sie konnte M'Char und die anderen Männer der Crew nicht im Stich und möglicherweise sogar Gesicht und Ehre verlieren lassen, indem sie aufgab. Da Fayala auf Boreth nirgendwohin gehen durfte, wenn sie nicht von mindestens einem Mitglied der Jaytln begleitet wurde, hat sie bis heute den leisen Verdacht, daß die Crew einige Dinge nur deswegen unternahm, damit sie daran teilnehmen konnte...
 
 
 
 
Für den Eintritt in die Sternenflotte bekam Fayala eine neue Identität, die sie auf etwa 150 Standardjahre verjüngte und das Geburtsdatum auf den 11.02.2226 verlegte, SD -96.884,9.
 
In den Wirren des zweiten großen Bruderkrieges, während Satalya mit fester Hand das Haus HoSchem zusammenhielt, kümmerte sich Fayala um die ihr anvertraute Station und hielt sie gegen die Widerstände von Föderation und klingonischer Seite zugleich - mit Erfolg, denn die Station ist eine der besten und erfolgreichsten Einheiten im Reich geworden.
 
Doch nach den vielen Jahrzehnten als Hausvorstand wurde Satalya unruhig. Nayeesh sind Nomaden und ein langes Leben auf nur einem Planeten behagt ihnen nicht. Also übergab Satalya die Geschicke des Hauses HoSchem in die Hände ihrer Erbin Fayala, und das Haus war es zufrieden.
 
Heute pendelt Fayala hin und her zwischen dem Stammhaus und der gemischten Raumstation tengchaH 12 stationiert, wo sie ihren Dienst erneut als ra'wI' versieht. Ihr Mann Lex van Eupe steht ihr als Stationsmanager zur Seite.